Was tun, wenn ein Flug ausfällt? Fluggastrechte in Deutschland

Ein immer wieder kehrendes Thema in Bezug auf Flugreisen sind Fluggastrechte. Besondere Regelungen bestehen vor allem für folgende Einzelfälle:

In allen drei Fällen werden Fluggästen Schadensersatzansprüche gegenüber der verantwortlichen Airline eingeräumt. Zur Vereinfachung des Verfahrens sind in der Regel Pauschalsummen festgelegt. Außerdem führt nicht jede Art von Flugausfall automatisch zu Schadensersatzansprüchen. Insofern ist es wichtig, die Einzelfälle genauer zu betrachten.
 

Nichtbeförderung aufgrund einer Überbuchung

 

Im Rahmen einer Nichtbeförderung haben Passagiere folgende Rechte:

 

 

  • Die Rückerstattung des vollständigen Preises für das Flugticket
  • Frühstmögliche Beförderung zum Zielort
  • Falls dies nicht möglich ist: einen kostenlosen Rückflug zum Startpunkt ihrer Reise

Fluggastrechte DeutschlandDarüber hinaus haben Fluggäste im Rahmen einer Nichtbeförderung Schadensersatzansprüche. Diese sind pauschaliert und nach der Länge des geplanten Fluges gestaffelt. Bei einer Flugstrecke von weniger als 1.500 Kilometern werden 250 Euro Schadensersatz fällig. Dieser Betrag steigt auf 400 Euro bei einer Flugstrecke zwischen 1.500 und 3.500 Kilometern. Bei Entfernungen von mehr als 3.500 Kilometern beträgt der fällige Schadensersatz 600 Euro. Oftmals zeigt sich aber, dass die Passagiere ihre Fluggastrechte nicht in Anspruch nehmen. Zum einen liegt das an die befürchtenden Anwaltskosten, falls man vor Gericht gehen muss. Dass es auch anders geht, zeigt die Online Plattform Flightright. Dort können Betroffene ihre Fluggastrechte auf flightright.de geltend machen. Die Plattform setzt sich für die Recht der Fluggäste ein und geht notfalls auch vor Gericht. Im Erfolgsfall erhält Flightright dann 25% der Rückerstattung (Stand August 2014).
 

Die Annullierung eines Fluges

 

Bei der Annullierung eines Fluges ist ebenfalls der Ticketpreis zu erstatten. Auch in diesem Fall hat ein kostenloser Rückflug zum Abflugsort zu erfolgen. Alternativ besteht ein Anspruch auf eine alternative Form der Beförderung zum Zielort.

Hinsichtlich der Ausgleichszahlungen sind die Entfernungen und Entschädigungssummen identisch zu denen, die im Falle von Nichtbeförderungen geleistet werden müssen. Allerdings müssen im Falle von Annullierungen entsprechende Verspätungen hinzukommen. Für einen Schadensersatz von 250 Euro muss die Verspätung mindestens zwei Stunden betragen. Für eine Ausgleichszahlung von 400 Euro ist eine Verspätung von mehr als drei Stunden zwingend vorausgesetzt. Bei einer Summe von 600 Euro muss die Verspätungszeit über vier Stunden betragen.

 

 

 

Die Verspätung von Flügen

 

Dieselben Werte und Summen gelten für alle anderen Formen von Verspätungen. Bei längeren Verspätungen sind die verantwortlichen Fluggesellschaften außerdem zur Versorgung der Passagiere mit Essen und Trinken während der Wartezeiten verpflichtet. Sofern eine Beförderung erst am folgenden Tag möglich ist, müssen außerdem die Kosten für eine Übernachtung inklusive des Transfers zum Hotel übernommen werden. Beträgt die Verspätung mehr als sieben Stunden, haben Passagiere die Möglichkeit, sich die Kosten für den Flug ganz oder teilweise erstatten zu lassen. Die Erstattung hat innerhalb von sieben Tagen zu erfolgen. Außerdem besteht auch in solchen Fällen ein Recht auf einen kostenlosen Rückflug zum Abflugort.

 

 

 

 

Verschiedene Einzelfragen

 

Bei der Berechnung der Entfernung ist jeweils die Gesamtstrecke bis zum endgültigen Zielflughafen maßgeblich. Dies gilt allerdings nur dann, wenn alle Beförderungen auf diesem Weg durch ein und dieselbe Fluglinie vorgenommen werden. Werden dagegen einzelne Teilstrecken bei verschiedenen Gesellschaften gebucht, werden diese Einzelstrecken auch jeweils für sich genommen zur Berechnung der Ansprüche herangezogen. Außerdem können Schadensersatzansprüche in Einzelfällen auch vollständig ausgeschlossen sein. Dies ist der Fall, wenn die Ausfälle oder Verspätungen nicht durch die jeweiligen Fluggesellschaften verantwortet werden. In Fällen höherer Gewalt besteht daher kein Anspruch auf Ausgleichsleistungen. Hierunter fallen unter anderem auch Fälle von Vogelschlag. Im Zusammenhang mit dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull wurde allerdings durch den Europäischen Gerichtshof noch einmal klar gestellt, dass aufgrund des außergewöhnlichen Ereignisses zwar keine Schadensersatzsansprüche greifen, die Fluglinien aber gleichwohl zur Betreuung ihrer Passagiere verpflichtet sind.

 

 

 

Foto: © peshkov - Fotolia.com

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